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Swiss lässt Kind 3 Stunden im Gepäckabteil warten

Die Geschichte ist wie ein kleines Fake. Dennoch ist sie in unserer kleinen Welt geschehen.

(c) Logo by Swiss

Wie ein Fluggesellschaft mit dem wohlklingenden Namen Swiss Leistungen verkauft, obwohl sie diese nicht erbringen kann. Wohlgemerkt, nicht eine Billig-Flieger-Bude, nein sie nennt sich Swiss. Ihre Werbung zeigt, dass hier noch Service herrsche und man sich um den einzelnen Kunden kümmere. Mit Swiss Made wirbt man neuerdings. Ich weiss nicht ob die Schweiz da Freude hat.

Vorweg im Reisebüro (Hotelplan/Migros) wurden wir freundlich bedient und am Flughafen Zürich ebenfalls bis zur Übernahme von N.D. So nun haben wir aber schon alles GUTE geschrieben.

Worum es geht: Eine Reise von Basel nach Florenz. Reisender ein 13 Jähriger Knabe, der zum ersten Mal fliegt, er ist im 2. Gymnasium und will zu seinem Vater nach Florenz in die Ferien. Wir nennen ihn N.D.

Wo es endete: Wegen eines Sturms landet das Kind in Bologna, wird unbetreut zwischen Förderbändern im “Büro” Last&Found abgegeben und dort auch zurückgehalten, ohne Essen, ohne Trinken und dies fast 3 Stunden. Die Eltern werden von der Swiss nicht informiert, der Anruf des Vaters aus Florenz bei der Swiss, wird mit der hilfreichen Antwort “Sie müssen ihr Kind in Bologna abholen” abgetan. Weiter Infos gibt es nicht von der Swiss. Der Swiss-Schalter in Florenz war trotz dieser Umleitung nicht besetzt.

Was war geschehen?

Da der Jugendliche erst 13 Jahre alt und eine Begleitung durch die Mutter nicht möglich ist, entschied man sich nicht für Billigangebote (ab 148 Franken) sondern für ein Reisebüro namens Hotelplan und einer Fluggesellschaft Namens Swiss (Lufthansa). Vorweg, die Reise kostet so 471 Franken plus 65 Franken Begleit- Zuschlag für das Kind pro Flug also 606 Franken (davon 90 Franken für die Buchungspauschale von Hotelplan für die Super-Leistungen weiter unten). Es kommen dann noch 200 Euro dazu, so dass dieser Flug schlussendlich 955 Franken und statt 2, 8 1/2 Stunden dauerte, aber gehen wir der Reihe nach.

Am Montag 29.6.2009 begab man sich in das Reisebüro Hotelplan in Basels M-Parc um die nötigen Dinge zu erledigen. Gleich das erste, Swiss fliegt nicht von Basel nach Florenz, obwohl auf der Homepage von Swiss dies angeboten wird. Aber Zürich - Florenz geht. Kein Problem, bringe ich den Jungen doch nach Zürich. Dies wurde ausgemacht und nach gut einer halben Stunde wurde abgeklärt ob in diesem Flug eine Reisebegleitung möglich ist usw.

Alles Klar N.D. kann zu seinem Vater in die Ferien. Nun leider kam aber keine Post vom Reisebüro Hotelplan, kein Ticket einfach nichts. Also nachfragen beim Hotelplan, dieses meldet am 3.7.2009, “Doch es ist bei uns alles weg, da es aber nun eile und noch ein Wochenende vor dem Flug am Dienstag 7.7 liege, sollen wir doch die Sachen abholen, man könne bei Hotelplan alles nochmals ausdrucken”. Ok man geht den langen Weg nochmals, holt die Sachen am 6.7. ab und denkt sich nichts böses. Übrigens die Unterlagen kamen bei uns am 9.7.2009 an, 2 Tage nach dem Abflug, geschrieben wurde der Brief am 3.7 und bei der Post 4104 Oberwil (recht weit weg vom Hotelplan Basel) am 6.7 mit B-Post, was in der Schweiz 2 bis 5 Tage gehen kann, aufgegeben. Dies für einen Flug am 7.7.2009 . Ganz professionell wurden 5 Marken aufgeklebt um die nötigen 85 Rappen zu werten.

(Klick = Original-Grösse)

Nun wir schauen uns mal den selber abgeholten Brief an. Etwas komisch finden wir, dass wir 1 1/2 Stunden vor Abfahrt der Bahn im Bahnhof stehen sollen. Hat die Swiss eine Abfertigung in Basel? Nein.. Nun das muss doch ein Druckfehler sein, oder falsch geschrieben, sicher meint man 1 1/2 vor Abflug im Flughafen.

Ok, es hat sich alles geklärt und wir Reisen am 7.7. nach Zürich. Nach einigem hin und her, erfahren wir dann wo wir uns melden müssen um die Kinderbegleitung anzumelden. Das Online-Checkin habe nicht funktioniert, wird uns gemeldet und wegen des Kindes müssten wir eh an einen anderen Schalter. An diesem angekommen müssten wir warten bis N.D. abgeholt wird. Das Flugzeug kommt zu spät an uns so fliegt es auch zu spät ab. Macht aber nichts: Hier wurde N.D. noch hervorragend behandelt.

Die Swiss und alle Fluggesellschaften nennen diesen Kinderservice UM

UNBEGLEITETE KINDER = UNACCOMPANIED MINORS (UM)

N.D. zum ersten Mal in einem Flugzeug und dann auch gleich alleine. Er freute sich, hat er doch einen guten Platz vor den Flügeln und am Fenster. Die Freude dauerte nicht lange. Kaum über den Bergen kam Flug LX 1680 in schwere Turbulenzen und an ein Landen in Florenz war nicht zu denken. N.D. wurde kräftig durchgeschüttelt und landetet dann statt in Florenz in Bologna. Von hier wurden die Passagiere mit Bus nach Florenz befördert, wobei das stimmt nicht ganz, N.D. wurde nicht befördert. Er wurde in die Gepäck-Aufbewahrung gebracht. Zu erwähnen N.D. spricht kein italienisch, die Leute in der Gepäck-Abteilung kein deutsch. Dies scheint die Leistung zu sein, die Swiss unter “Sicheres Reisen auch für Ihr Kind” versteht. N.D. musste dort 3 (drei) Stunden verharren. Ohne Getränk, ohne Essen des Abends um 19:30 Uhr

Die Swiss (Büro Schweiz) selber meldet dem Vater einzig und alleine, dass sein Kind nicht in Florenz ankomme, sondern in Bologna gelandet ist. Auf die Frage wie das Kind dann nach Florenz komme, konnte die nette Dame nichts sagen und beendete das Gespräch mit der nochmaligen Auskunft “Also ihr Kind ist in Bologna”. Zum Glück hatte N.D sein Natel dabei und konnte so mit seinem Vater via SMS kommunizieren.

Am Lufthansa Schalter in Florenz, hier bemühte sich eine Dame im Swiss Schalter Informationen zu suchen, wurde dem Vater dann mitgeteilt, dass er sein Kind selber in Bologna abholen müsse. Die anderen Passagiere würden mit dem Bus befördert, aber es habe keine Begleitung für N.D. gegeben die mit dem Bus mitfahren kann. Genau dies haben wir für weitere 65 Franken (Pro Weg wohlgemerkt, also 130 Franken Total) aber bei der SWISS selber gelöst. Gewährleistet ist eine Begleitung vom Einstieg bis zur Übergabe an das Elternteil am Zielflughafen. Es wäre wohl eine Sache von Minuten gewesen, dem Chauffeur des Busses N.D. zu übergeben. Schneller ging es aber, das Kind wie ein Gepäckstück beim Lost&Found abzugeben.

Bestätigung Swiss >>>

Nicht zu glauben ist. Obwohl der Flug nicht nach Plan gelandet ist, hatte die Swiss ihren Schalter in Florenz geschlossen. Einzig die Dame am Lufthansa Schalter bemühte sich und übergab dem Vater folgenden Handzettel. Die Swiss meldet weder aus der Schweiz noch sonst von wo, wo das Kind im Augenblick sei. Die Mutter wurde zu keinem Zeitpunkt informiert.

Handzettel von Lufthansa

Handzettel von Lufthansa

Nebenbei hat sich niemand von der Swiss Florenz/Schweiz um dieses Problem gekümmert, weder mit ausrufen, noch anrufen des Vaters, hätte man sich nicht selber an den Schalter der Lufthansa begeben, der Vater würde heute noch auf seinen Sohn warten.

Mit den obigen Angaben wurde der Vater im Flughafen alleine gelassen. Zum Glück war seine Schwester, die der italienischen Sprache mächtig ist, dabei. Selbst in einem fremden Land, lag es nun an ihm, aus obigen Notizen sein Kind in einer fremden Stadt zu suchen.

Indessen wurde N.D. wie schon erwähnt, von der Swiss in Bologna im Gepäck-Abteil abgegeben. Man hielt es nicht einmal für nötig das Kind in einem Ort zu hinterlassen, wo es auch verköstigt werden konnte. Während des Fluges und auch während des Sturms, kümmert sich kein Mensch um N.D. Nicht einmal nachgefragt wie es im gehe habe man. Dass ist Leistung Made bei Swiss, einer der teuersten Fluggesellschaften der Welt, für einen 1 1/2Stundenflug für über 606 Franken von Zürich nach Florenz.

ND wurde in einem Raum, knapp 2 auf 2 Meter, hinter den Förderbändern des Flughafens, alleine gelassen, ohne Getränk oder etwas zu essen. Kein Mensch kümmerte sich um das Kind in den über 2 Stunden Wartezeit. Er durfte den Raum nicht einmal verlassen. Dies nach so einem Flug und solchen Ereignissen. Service Made by Swiss!

Er machte in dieser Zeit 2 SMS, eines an seinen Vater, und eines an seine Mutter in der Schweiz.

“Bin jetzt irgendwo wo ich nicht sein sollte, aber ich habs überlebt.”

Die Mutter, aufgelöst in Sorge durchsuchte das ganze Internet, nach dem aktuellen Flug. Swiss meldet dabei, dass Flug LX 1680 “kein Vorkommnisse” aufweist.

Nun der Vater musste sich ein Auto mieten, von Florenz nach Bologna fahren, Autbahngebühren, Benzin fast 2 Stunden Autofahrt für einen Weg, und dann langes Suchen im Flughafen, wer kommt schon darauf, dass man das eigene Kind als Gepäck suchen muss. Gegen 02:00 Uhr war man dann endlich am Ziel.

Bis heute 15.7. haben wir weder vom Hotelplan noch von der Swiss eine Meldung erhalten. Am 7-7 meldet die Swiss im Internet, dass obiger Flug planmässig gelandet ist bzw. keine Vorkommnisse mit diesem Flug sei. Gute Information, beruhigt Eltern insgeheim. Wir schauen es als Unterlassung sondergleichen an.

Ob wir nochmal Swiss fliegen? Nein.

(c) by Swiss

Eine weitere Marke die unser Wappen trägt und Made in Swiss bröckeln lässt.

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