38 Polizisten verletzt – nur noch eine Randnotiz?

Es geht nicht um Basel, auch wenn dies zu jeder Zeit auch hier statt finden könnte. Es geht um Krawalle in Hamburg. Neonazi, bzw. Gruppen die sich dieser Demo anschlossen, haben wieder einmal gezeigt, dass es bei ihren Auftritten um nichts anderes geht, als um aufgestaute Wut dort abzulassen wo Barrieren stehen. Menschliche Barrieren, Menschen wie Du und ich, die den Beruf des Polizisten ausüben. Es sind nur Gruppen, teilweise nur wenige Personen die solche Demos für Schlägerei missbrauchen.

4000 Polizisten und Polizistinnen wurden aufgeboten um eine Gruppe von rund 3000 Neonazis im Zaun zu halten. 4000 Väter und Müttern von Kindern, Menschen mit angehörigen, die bei solchen Aktionen ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Das einzelne Schicksal zählt nicht mehr, wenn nur noch eine Zahl die Tragödie widerspiegelt.  Da gibt es den Vater der sein linkes Auge verloren hat, das gibt es mehrere Polizisten mit Brandverletzungen, Polizisten denen mit Schuhen ins Gesicht getreten wurden oder die handgrosse Steine abbekommen haben. Mit Brandsätzen wurde auf sie geschossen. Polizisten??? Das sind Menschen und Bürger wie Du und ich.

Doch die Meldung die gross da oben steht „Das rund 4000 starke Aufgebot der Polizei konnte schlimmeres verhindern…..“

Ich finde nirgends einen Beitrag von „Die rund 500’000 Bürger wehrten sich“ oder „Bürger halfen zum Glück der Polizei“… Warum?

Und wehe die Polizei ist einmal etwas zu hart zu der offenkundig gewaltbereiten Gegnerschaft. Dann finden sich Reporter die die einzelne Szene aufzeigen und vermarkten. Dann finden wir Artikel die uns suggerieren „musste diese Gewalt den sein“.

Hält sich die Polizei zurück, finden wir in den rot/schwarzen Zeitungen die Frage „Wo war die Polizei“,“warum wurde nicht härter zugegriffen“. Am Schluss gibt es dann noch den Rechtsanwalt des „Geschädigten“ der dann noch finanzielle Forderungen hat, an den Staat bzw. an den Polizisten der im Einsatz sich zur Wehr setzte oder verhindern wollte dass noch grösserer Schaden entsteht.

Wer bei uns die Einsätze beobachtet, meist bei Fussballspielen, dazu einsehen muss, was sich jeder einzelne Polizist anhören und an verbalen Äusserungen ertragen muss, der wird eventuell wie ich daneben stehen und diese Art von Menschen bewundern. Er muss still dastehen und sich mit Stühlen und Tischen bewerfen lassen, muss mit ansehen, wie eventuell eben auf Kollegen/Innen und Freunde mit Steinen geworfen wird usw.

Und dann die Presse/Blogs/Foren und die vielen Stammtische. Was wird da über die Polizei, den Polizisten, den Menschen alles geschwafelt. Neustes Beispiel von heute Morgen, die Vergewaltigung  einer Frau in Basel (von Gestern). >>> . Am Stammtisch fragen sich erwachsene Menschen(Männer) wo den die Polizei sei (Nachts zwischen 4 und 5 Uhr) . Keiner fragte ob denn nicht ein anderer Bürger etwas mitbekommen habe. Wohl ist man der Meinung die Polizei soll überall sein, bei jedem Vorfall, zu jeder Zeit, aber genau die gleichen Leute ärgern sich wenn diese Polizei mal etwas härter zugreift und wirklich da ist. Da kommen Sprüche auf wie „beim Bussen verteilen findet man sie…“ und bemerkt gar nicht was für einen Schwachsinn man eigentlich von sich gibt.

Diese „komische“ Einstellung gegenüber der Polizei, konnte ich selber erleben, als zwei Polizisten am Rheinweg eine Personenkontrolle durchführen wollte. Einer der angehaltenen suchte das weite, der eine Polizist hinterher.  Mit einem „beherzten“ Sprung auf den Fliehenden, brachte er diesen zum stehen/liegen. Die 3 Personen die unmittelbar das Geschehen verfolgen konnten, wussten nur zu sagen „na,  aber so härt müsst mer nid uf die Schwarze los“ und unterstellen dem Polizisten so, dass er nur bei dunkelhäutigen seinen Job gemacht hätte.

Auch andere Szenen stellen den Polizisten im Einsatz immer wieder in ein schlechtes Licht. Statt die Arbeit derer einmal zu loben, die sich tagtäglich für uns einsetzen. Vor wenigen Wochen erst konnten wir vor unserer Haustüre den Einsatz eines Polizisten im Einsatz sehen. Er verfolgte einen Motorradfahrer der ihm aufgefallen war, stellte diesen mit dem eigenen Motorrad kurz vor der kleinen Birsbrücke, legte sein eigenes Motorrad noch mit eingeschaltetem Martinshon auf den Weg. Der Gestellte wartete kurz, aber nur bis der Polizist bei ihm war und rannte dann los, der Polizist dem flüchtenden Lenker hinterher. Da es hier zu einem kurzen Gerangel kam, riefen wir die Polizei an und meldeten den Vorfall. Er brachte ihn inzwischen zur Strecke und seine Kollegen konnten ihn abholen. Schön aber war zu sehen, wie schnell die Berufskollegen (eventuell wegen unserer Meldung) zur Hilfe eilten, bereits nach 3 Minuten waren sicher 5 weitere Kollegen vor Ort. Dies verleitete wieder andere Zuschauer dazu zu munkeln „so viel Bulle wäge eim…“

Einsätze wie diese zeigen dass wir hier in Basel, oder wo auch immer, recht sicher leben können, dank Männern und Frauen die derweil sogar mit dem Einsatz ihres Lebens uns beschützen. Ich glaube auch, dass wie unsere Einstellung zur Polizei mal überdenken müssen, einsehen müssen was diese Menschen und Bürger wie du und ich, leisten um ihren Beruf auszuüben. Es soll aber auch zeigen, dass wir aufhören müssen weg zu sehen, und für die Sache, für Basel, für diese Welt auch einmal etwas tun dürfen.

Darum auch unsere Frage, was wäre geschehen, wenn die Basler Polizei in der Nacht auf Heute beim nt/Areal ebenso hart durchgegriffen hätte. Hier waren rund 1000 Personen am „Feiern“. Es gab Anzeigen wegen Ruhestörung, kleine Scharmützel, zum Glück ohne Verletzte.  Und auch hier wird es Stimmen geben die meinen, die Polizei habe zu wenig getan.

Quelle der ersten beiden Bilder msn.com >>>. Einem Artikel der wenigstens die verletzten Polizisten in den Vordergrund stellt.

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